Damit eine Wärmepumpe im Bestandsgebäude effizient arbeitet, sollten einige technische und bauliche Voraussetzungen geprüft werden. Nicht jeder Altbau muss vollständig saniert werden, aber die wichtigsten Schwachstellen sollten bekannt sein.
1. Ausreichende Wärmedämmung
Eine gute Dämmung reduziert den Wärmeverlust des Gebäudes. Dadurch muss die Wärmepumpe weniger Energie bereitstellen, was sich positiv auf Effizienz und Betriebskosten auswirkt.
Besonders relevante Bereiche sind:
- Dach oder oberste Geschossdecke
- Außenwände
- Kellerdecke
- Fenster und Außentüren
- Rohrleitungen im unbeheizten Bereich
Oft reichen bereits einzelne Sanierungsmaßnahmen aus, um die Effizienz deutlich zu verbessern. Eine vollständige Gebäudesanierung ist nicht immer zwingend erforderlich, sollte aber im Rahmen eines Sanierungsfahrplans geprüft werden.
2. Passende Heizflächen
Wärmepumpen arbeiten ideal mit großen Heizflächen, weil diese Wärme auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen gut an den Raum abgeben können. Fußbodenheizungen sind dafür besonders geeignet, aber auch klassische Heizkörper können funktionieren.
Wichtig ist, dass die vorhandenen Heizkörper groß genug sind. Falls einzelne Räume nicht ausreichend warm werden, können größere Niedertemperatur-Heizkörper oder spezielle Wärmepumpenheizkörper eine sinnvolle Ergänzung sein.
3. Niedrige Vorlauftemperaturen
Die Vorlauftemperatur ist einer der wichtigsten Faktoren für die Effizienz einer Wärmepumpe. Sie beschreibt die Temperatur, mit der das Heizwasser in die Heizkörper oder Flächenheizung geleitet wird.
Grundsätzlich gilt:
Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe.
In vielen Altbauten wurden Heizsysteme ursprünglich für höhere Temperaturen ausgelegt. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Wärmepumpe ungeeignet ist. Oft zeigen Praxistests, dass Räume auch mit niedrigeren Temperaturen ausreichend beheizt werden können — besonders nach kleineren Dämmmaßnahmen oder dem Austausch einzelner Heizkörper.
4. Elektrische Versorgung prüfen
Da eine Wärmepumpe mit Strom betrieben wird, sollte auch die elektrische Infrastruktur geprüft werden. Ein Fachbetrieb kann beurteilen, ob Hausanschluss, Zählerplatz und Absicherung für den Betrieb geeignet sind.
Zusätzlich kann es sinnvoll sein, die Wärmepumpe mit einer Photovoltaik-Anlage zu kombinieren. So lässt sich ein Teil des benötigten Stroms selbst erzeugen und direkt für Heizung und Warmwasser nutzen.